Runder Tisch mit Ecken…

… die Verhandlungen in Sachen Nürburgring gestalten sich als schwierig.

Die Gewerkschaft Verdi schloss die Ringbetreiber Jörg Lindner und Kai Richter gestern von einem Runden Tisch aus.
Die Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH will wiederum Verdi nicht an den Gesprächen über die Zukunft der Firma beteiligen.

Könnte sich demnach als kompliziert erweisen, eine Einigung zu erlangen…

Verdi sprach am Montag von einem billigen Gag. «Innerbetriebliche Verhandlungen wurden durch Lindner und Richter für gescheitert erklärt, bevor sie begonnen hatten. Damit haben sich die Herren für Gespräche über einen wirklichen Neuanfang disqualifiziert», hieß es.

Quelle(n):
Allgemeine Zeitung / 31. Januar 2012

Nachrichten t-online.de

Volksfreund.de

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Schleswig-Holstein…korrupt?

… wer sich schon immer einmal gefragt hat, wie das eigentlich angehen kann, liegt vielleicht auf einer Linie mit dem Anti-Korruptionsbeauftragten Wolfgang Pistol, der laut Interview im SHZ vom 29.Januar 2012 zum nicht wirklich überraschenden Schluß kommt: Schleswig-Holstein ist „ein wenig korrupt.“

Das sehen -wie meistens- Andere ganz anders, deswegen spiegeln die dem Artikel zugehörigen Leserkommentare auch ein Meinungsbild des eher „kleinen Mannes“, der sich über die Gepflogenheiten der da oben -wenn schon nicht amüsiert- so doch offen verwundert.

Wenn Du in D-land bauen möchtest bist Du auf eine Baugenehmigung angewiesen. […]
Alle „Genehmiger“ sind nach unserer Vorstellung nicht korrupt, weil sie „kein Geld in die Hand bekommen“, sondern nach „Gesetzen“ handeln. Diese „Genehmiger“ aber bekommen ein gutes, sicheres Gehalt vom Staat, weil sie Dir als Beispiel Deine Garage
verweigern, aber gleichzeitig, wenn es um richtig Geld geht, Baugenehmigungen am „Fliessband“ erteilen.
Siehe Port Olpenitz. Militärische Anlagen benötigen keine
Baugenehmigung wie Du, diese Anlagen sind aber komplett zurück zu bauen, werden sie nicht mehr benötigt. Nein, dieser Grundsatz, höchstrichterlich bestätigt, gilt bsplw. bei Port Olpenitz nicht, aber 200 Meter weiter von dort für Deine Garage.

Sinnvoll oder sinnlos…?

… der geplante Umzug der Lebensmittelgeschäfte Sky und Aldi von Kappeln Bernhard- Liening Strasse Richtung Kappeln Ellenberg – und damit 500m und eine Bundesstrasse weiter- sorgt für positive Resonanz im Bauauschuss -aber nicht bei jedem.

Die Idee: Einkaufsmöglichkeiten für den Ellenberger Stadtteil in großem Umfang verbessern und aufzuwerten. Dafür sollen auf einem Grundstück zwischen Ostseestraße, Borkumer Straße und Glücksburger Straße neben den reinen Verkaufsgebäuden auch 200 Pkw-Stellplätze entstehen – und dafür der alte Standort aufgegeben werden.
Dazu hatte Ausschussvorsitzender Josef Janowski (CDU) dann doch eine Frage:

„Wie kommt man auf die Idee, in 500 Meter Entfernung neu zu bauen, und was geschieht dann mit den alten Flächen ?“

und ergänzte:

„Wir haben hier in Deutschland im Lebensmittelmarkt die größte Quadratmeter-Fläche pro Kopf, und weitere Geschäfte sind in Planung.“ Die neuen Geschäfte könnten zudem auch der Marinewaffenschule schaden.

Das jedoch wollte SPD Frontmann Rainer Moll nicht gelten lassen und blickte dem geschenkten Gaul ins Maul:

„Wenn nun jemand die Nahversorgung in Ellenberg verbessern will, sollen wir uns da genieren?“, fragte der SPD-Fraktionschef.

Am Ende herrschte Kappelner Einigkeit:

Bis auf Janowski und Karsten Poppner (CDU), der sich der Stimme enthielt, entschieden sich jeweils alle Ausschussmitglieder für die Änderung des B- und F-Plans.

Quelle: Schleibote, 28.Januar 2012

Streitobjekt: Nordhaken…

… die Schlagzeilen ernüchtern:

Da ist von „gegenseitige Beschuldigungen“ und „Strafanzeigen“ ebenso die Rede wie von einer „gefälschte Pressemitteilung“ bis hin zur „Untreue“.
Im Naturschutzverein Jordsand gärt es gewaltig.

Sogar die Staatsanwaltschaft ist involviert und hat am Dienstag nach einer Untersuchung Akten beschlagnahmt.

Um Uwe Schneider -derzeit Vorsitzender des Vereins- und Thorsten Harder -Ex-Geschäftsführer- gibt es Zoff:

Der Vorwurf: Untreue – Schneider soll Vereinsgelder und Zuschüsse „nicht satzungsgemäß verwendet haben“, so Oberstaatsanwalt Werner Spohr.

In der der Vorstandssitzung im November ging es um eine Strafanzeige gegen den Vorsitzenden und eine Verleumdungs-Anzeige gegen Unbekannt von Thorsten Harder. Vorstand und Beirat wollten, dass Uwe Schneider seine Ämter ruhen lässt und Geschäftsführer Thorsten Harder beurlaubt wird.
Schneider dachte jedoch gar nicht daran, seinen Posten zu räumen, Harder sammelte derweil weitere Unterstützer.

Eine größere Rolle spielt bei den Vorwürfen offenbar der Ankauf eines Grundstücks an dem geplanten Luxus-Ressort Port Olpenitz bei Kappeln.

Der Nordhaken wurde aus dem Bebauungsplan genommen, Land und Kreis kauften dem mittlerweile insolventen Investor die 14 Hektar für 500 000 Euro ab und übergaben es dem Verein Jordsand.
„Bei uns ist kein Geld über’s Konto gelaufen. Ich warte das gelassen ab“, sagt Schneider.

Derweil wird mit Spannung die Mitgliederversammlung am 11. Februar erwartet, denn sowohl dann als auch morgen bei der Vorstandssitzung wird auch Harder erwartet, was zum Thema „Wahrheit und Behauptung“ vielleicht Licht ins Dunkle bringen könnte.

Quelle: shz, 27. Januar 2012

"Totgesagte…"

… Herbert Harm und die Therme in Rheinsberg.

Wie bekannt, wartet die Stadt Rheinsberg seit 2004 auf die Fertigstellung von Thermalbad und Golfplatz, passend zum Ensemble „Hafendorf„, erdacht und konzipiert von Port Olpenitz Generalplaner Herbert Harm.
Jetzt wurde seitens Uwe Witt, Abgeordneter der Linken, erneut der Versuch unternommen, die endlose Geschichte wiederzubeleben – und den Neuanfang zu wagen:

Uwe Witt ging am Montag davon aus, „dass der alte Beschluss, dass Herbert Harm Investoren finden soll, verhindert, dass von anderer Seite daran gearbeitet werden kann, Interessenten zu finden“. Bürgermeister Jan-Pieter Rau (CDU) relativierte: „Die Stadtverordneten hatten damals nur gesagt, dass Harm suchen sollte. Es gibt aber keinen Vertrag mit ihm, dass er die Anlage baut.“

Jetzt soll -für den Fall der Fälle- alles anders werden:

„Wenn wir jetzt noch einmal aktiv werden wollen, muss das professionell gemacht werden“, sagte Jan-Pieter Rau. Bis 2013 ist die Nutzung des Rheinsberger Thermalwassers noch genehmigt. Spätestens dann muss die Stadt entscheiden, was aus der Quelle werden soll.

Quelle:
Märkische Allgemeine
Märkische Oderzeitung

Gegengeschäfte…

… auch Andermatt läuft nicht gänzlich so optimal wie geplant.

Ein Blick in die Berge zeigt „seltsame Gegengeschäfte“ und offenbart Zugzwänge – und anonyme Auskünfte.

Tatsächlich lagen die Erwartungen über Umsatz- und Verkaufszahlen hoch. Sawiris konnte sein Ziel -100 Millionen Francs- nur erreichen, indem sein Bruder ebenfalls vom Kauf einer Luxusvilla in Andermatt überzeigt werden konnte.
Hinzu kam laut Artikel Dank der Koppelung von Bauaufträgen mit dem Kauf von Wohnungen die Gelegenheit, die Verkaufsbilanzen zu schönen.

«In Andermatt gibt es wohl keine Firma, die nicht eine Wohnung gekauft hat», sagt ein betroffener Unternehmer. Zumindest, was den Bau des Luxushotels The Chedi – dem Prunkstück des Andermatter Resorts – betrifft, haben alle beteiligten Firmen und Arbeitsgemeinschaften (Arge) Wohnungen im Chedi gekauft.

Die SonntagsZeitung sprach mit mehreren Unternehmen, die unabhängig voneinander den Sachverhalt bestätigten. Aus Angst, in den nächsten Bauetappen leer auszugehen, gaben sie nur anonym Auskunft.

Diese Geschäftspraxis ist nicht illegal – gilt aber als unschön.
War es früher tatsächlich normal, dass Handwerker in der Höhe der Marge Wohnungen übernehmen mussten, wird auf derlei Praktiken heute weitestgehend verzichtet.
Der Sache „Freiwilligkeit“ gegenüber steht allerdings ein Satz eines Handwerkers:

«Auf die Frage, wie man zu einem Auftrag komme, hiess es: Kaufen Sie eine Wohnung.»

Kahlschlag…

… auf der Carlshöhe.

Die abgeholzten Bäume auf dem Gelände der Carlshöhe in Eckernförde sorgen auch weiterhin für Unmut.

Jetzt machten sich u.a. Naturschützer ein umfassendes Bild des Carlshöher Noorhangs – und dokumentierten, was davon übrig blieb:

Der Nabu und der Landesbeauftragte für Naturschutz, Dr. Holger Gerth, forderten gestern bei einem Ortstermin den Investor auf, die kahlgeschlagene Fläche wieder aufzuforsten, die gefällten 42 Großbäume durch gleichwertige Ersatzpflanzungen mit großstämmigen Bäumen zu ersetzen und den ursprünglichen Zustand so gut es geht wieder herzustellen.

Tatsächlich ist die Fällung der 42 Großbäume nicht für jeden leicht zu verschmerzen. Weder für die acht dort beheimateten Fledermausarten, noch für den Landesbeauftragten für Naturschutz, Dr. Holger Gerth, der gekonnt die Problematik zusammenfasste:

„Die bis zu 150 Jahre alten Bäume haben mehrere Kriege überlebt, aber leider nicht den Investor“.

Und schon werden Erinnerungen wach:

„Keiner will Investitionen verhindern“, verdeutlichte Nabu-Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski, „aber es gilt eben auch das Naturschutzrecht“.
Nach dem Ärger um den Nehrungshaken an der Schleimündung beim Projekt Port Olpenitz und einem „weit über die Stränge geschlagenen Investor“ der Blomenburg im Kreis Plön sei Carlshöhe ein weiterer Fall, wie Investoren versuchten, den Naturschutz auszuhebeln.

Quelle: SHZ, 24. Januar 2012

Wochenupdate…

Port Olpenitz ist gänzlich aus den Nachrichten verschwunden, dafür lohnt ein Blick auf andere Projekte…

Nürburgring

Das einstige Prestigeprojekt der Eifel glänzt derzeit mit völliger „Konzeptlosigkeit„.
Gemeint ist das andauernde Streiten um Geld, Einfluss und Entscheidungskompetenzen. Kein sauberer Zustand für 174 Angestellte, die um ihre Jobs bangen müssen.

„Trotz hoher Investitionen des Landes für den Erhalt des legendären Standorts Nürburgring haben die Manager es nicht geschafft, ein nachhaltiges Konzept für die Region und die Arbeitnehmer aufzustellen“.

Das „Millionengrab“ versinkt im Chaos – so der Spiegel, der in seiner Berichterstattung ebenfalls die Millionen Euro anführt, die der Budenzauber rund um die legendäre Rennstrecke den Steuerzahler kostet. Und ein Ende ist nicht abzusehen: „Die finanzielle Irrfahrt geht weiter.“

Upstalsboom Resort Deichgraf Wremen

Baubeginn für ein Hotelprojekt der gehobenen Klasse. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes eines der größten privaten touristischen Vorhaben in Niedersachsen mit einem Baulovumen von 27 Millioenn Euro wird für das Frühjahr 2013 erwartet. Die Freude ist groß – die mMsslatte liegt hoch: Die 126 Ferienwohnungen und 128 Hotelzimmern für gehobene Ansprüche direkt am Weserdeich sorgen für den Aufschwung:

„Das bedeutet einen kräftigen wirtschaftlichen Schub und den Aufstieg der Region in die 1. Tourismusliga“, sagte Upstalsboom-Geschäftsführer Janssen bei dem offiziellen Startschuss.

Slow Tourism

Die WiederEntdeckung der neuen Langsamkeit als Urlaubsziel mit allen Potentialen ausschöpfen: „Die Fachhochschule Westküste bekommt die bundesweit erste Professur für Slow Tourism.“ und entspricht damit dem boomenden Markt:

Immer schneller und spektakulärer? Das war gestern. Langsamkeit und sinnliche Einfachheit prägen den neuen Zeitgeist des Tourismus.

Auf der Freiheit / Schleswig

Das ehrgeizige Projekt -ein neuer Stadtteil direkt am Wasser- nimmt weiter Gestalt an. Und sorgt für andere Neuigkeiten:

Projektentwickler von Team Vivendi investieren selbst in den Komplex / Großer deutscher Hotelkonzern zeigt Interesse / „Zwergenwiese“-Chefin Susanne Schöning als Gesellschafterin ausgeschieden

Mehr Power für alle

Rechtzeitig zum Sainsonanfang verblüfft und erfreut so manchen Freizeitskipper die neueste Idee der schwarz/gelben Koalition:
Motorboot-Fahren soll künftig auch bis 15 PS ohne Führerschein möglich sein.
Was den Einen gefallen dürfte: „Impulse für die Sportschifffahrt“, sorgt bei Anderen für graue Haare und Kopfschütteln:
Umweltverbände, Wasserschutzpolizei und Segler warnen vor Chaos auf den Gewässern und dem „Anreiz zur Übermotorisierung“

Sawiris / Andermatt

Das geplante Luxusresort in der Schweiz läuft auch nicht so rund, wie erhofft:

Samih Sawiris, Verwaltungsratspräsident und Gründer von Orascom Development, glaubt nicht mehr an einen Gewinn im abgelaufenen Jahr 2011. Nun überlegt er die Lancierung eines Immobilienfonds.

"Pleite hat keine Auswirkungen…

… auf Hafendorf.“

Schreibt die Märkische Allgemeine von heute.

Die Insolvenz der Port Olpenitz GmbH wirkt sich nach den Worten Jaska Harms – Geschäftsführer des Hafendorfes und zurückgetretener Geschäftsführer der Port Olpenitz GmbH – nicht auf das Hafendorf Rheinsberg aus:

Es gebe keinerlei geschäftliche Verbindungen zwischen den beiden Unternehmen.

Inzwischen kündigt Harm an, wieder mehr Zeit für andere Projekte zu haben, allerdings:

Ob dazu auch die Rheinsberger Therme gehört, konnte er gestern noch nicht sagen. Das ist allerdings unwahrscheinlich, da das Land den Bau eines Thermalbads nicht mehr unterstützen will (die MAZ berichtete).
Jaska Harms Vater Herbert hatte das Hafendorf gebaut und wollte anschließend das Bad errichten.
Wegen Finanzierungsproblemen hatten sich beide aber dann auf Olpenitz konzentriert. (cas)