Wahl, Wahlrecht…

… Wahlpflicht.

So ähnlich wünscht es sich der „stellvertretende Bürgermeister“ Kappelns, Rainer Moll, SPD, der in der Wochenschau von heute an die Bürger appelliert, aus „ihrem Wahlrecht eine persönliche Wahlpflicht“ zu machen.
Am 27. September 2009 auch in Kappeln.

Denn nicht nur Bundestagswahlen, sondern – vorgezogen (Carstensen)- auch Landtagswahlen und – außerplanmäßig (Feodoria) – Bürgermeisterwahlen stehen an.

Und anstehen werden zusätzlich zwei weitere Geschehnisse: „Hinzu kommt, dass die Entscheidungen über die beiden Großprojekte Port Olpenitz und das barrierefreie Sport und Freizeitzentrum in Ellenberg immer näher rücken.“

So Moll, der die Gerüchteküche der letzten Tage um einen Absprung des Investors ConeGroup und/oder Orsela samt in diesem Zusammenhang entwickelte Alternativen der Bürgermeisterkandidaten Schwarz, bzw. Traulsen gänzlich aussen vor lässt, sondern hoffnungsvoll mit besten Wünschen verbleibt:

„…, dass diese für uns so wichtigen Vorhaben in für alle Seiten befriedigender Form durchgeführt werden können.“

Schau´n mer mal.

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Investitionsruinen…

… unter dem Hammer.

Wismar, Mecklenburg-Vorpommern: idyllisch, beliebt – und zu haben.
Wenigstens die dortige Marina Hohen Wieschendorf.

Die zur Versteigerung ausstehende Marina – der NDR nennt sie eine der „größten Investitionsruinen des Landes“ – sucht weiter nach einem neuen Besitzer, nachdem der einzige Bieter im Zwangsversteigerungsverfahren sein Gebot in Höhe von 4,5 Millionen Euro wieder zurückgezogen hatte.

Seine Begründung: Mindestens vier große Ferienhäuser seien ohne entsprechende Baugenehmigungen errichtet worden – was der Landkreis im Übrigen -irgendwie zu Recht, aber irgendwie auch nicht- bestreitet.

Haken der „nahezu unverkäuflichen Anlage“, die seit fünf Jahren eine neuen Investor sucht: Sie wurde nie offiziell „abgenommen“.
Klar ist allerdings: „Es gibt erhebliche Abweichungen von den B-Plänen“.

Fazit: Niemand weiß, was genau sich auf der Ferienanlage befindet, was noch kommt, kommen soll, kommen muss.

Touristen kommen derzeit nicht.

Geplant war die Marina seinerzeit mit 84 Ferienwohungen, 120 Liegeplätzen, Restaurants, Tiefgagragen, Versorgungsgebaüde – und Fördergeldern. Von den insgesamt 15 Millionen Euro Investitionskosten war knapp die Hälfte an Fördergeldern bewilligt worden.

Und just um diese hat es inzwischen auch rechtlichen Streit gegeben: Subventionsbetrug lautet der Vorwurf gegen den früheren Investor, der zu einer Rückzahlung in Höhe von 3.7 Millionen Euro verurteilt wurde.

Die Wirtschaftsstrafkammer hatte damals festgestellt, dass der ehemalige Besitzer und sein Partner „vorsätzlich“ gehandelt hatten:

„So seien Unterlagen für das Landesförderinstitut gefälscht worden, um Subventionen für nicht förderfähige Ferienwohnungen zu erschleichen.“

DIe Marina wartet derzeit weiter auf einen Geldgeber.

Start frei…

… für das „größte touristische Einzelprojekt Deutschlands“.

Nach Europas größtem Tourismusprojekt Schloss Beberbeck und Nordeuropas größtem Ferienprojekt Port Olpenitz, setzt Center Parcs Europe mit Deutschlands „größtem tourisischten Einzelprojekt“ noch einen drauf:
2013 soll es eröffnet werden und die Zahlen sprechen für sich:

180 Hektar Land eines Munitionsdepots, 800 Einzelhäuser, 350 Millionen Euro Investitionsvolumen und 1.200 Arbeitsplätze: Das ist die Zutatenliste für den kommenden Erfolg in der Region Leutkirch, Althusried und dem Allgäu.
Angestrebt sind 1 Million Übernachtungen pro Jahr und eine dauerhafte Wertschätzung von jährlich 35 bis 40 Millionen Euro.

Weiter auf den Weg gebracht wurden die Aussichten vergangenen Woche und rund 300 Zuhörer konnten sich einen umfassenden erweiterten Eindruck des bisher erreichten Planungsstandes schaffen.

Auf Begeisterung stiess dabei die „frühe Informationspolitik“ des Entwicklungsdirektors Center Parcs Jan Janssen, der betonte, dass die „Berücksichtigung von regionalen Produkten zum Konzept von Center Parcs gehöre, dass die nötige Energie vor allem über Solaranlagen und Biomasse, aber nicht aus Windmühlen gewonnen werden solle.[…]“

Tatsächlich setzt der Konzern darauf, „mit offenen Karten zu spielen“ und die Öffentlichkeit mit Transparenz die nächsten Schritte begleiten zu lassen.
Die Ansprüche sind dabei hoch: „Schliesslich soll Leutkirch der schönste Park von allen werden…“

Als zusätzliches Plus verbuchte Janssen auch, dass trotz umfassender europäischer Ausschreibung in Hinblick auf die beiden bisherigen deutschen Center Parcs im Norden tatsächlich überwiegend „die pfiffigeren deutschen Bauunternehmer den Zuschlag erhalten hätten.“

Die ersten Bewerbungen kommen bereits jetzt …

Wahlversprechen…II

gerne, aber diese bitte nicht zu ernst nehmen.

Dass Politiker wechselhaft sind und allzu gern bereit, den augenfälligen Stimmungen der Bevölkerung entsprechend ihr Fähnchen in den Wind zu hängen – diese Erkenntnis machte auch der Alster Buisness Club, dessen Idee, Wahlversprechen im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung notariell beglaubigen zu lassen, um Politiker an Wort und Tat messen zu können, nach 30 Sekunden ein bitteres Ende fand und sich als „totaler Reinfall“ entpuppte.

Schreibt also das Hamburger Abendblatt von heute und meint damit nicht die Idee als solches, sondern das Agieren der anwesenden Spitzenpolitiker mit eben dieser.

FDP Guru Kubicki machte schon im ersten Satz seinen Standpunkt klar:
„Für PR-Veranstaltungen bin ich nicht zu haben. Entweder man glaubt meinen Äußerungen oder nicht.“

Dieser Meinung schlossen sich erstaunlich einvernehmlich auch die übrigen Politiker an: Nicht ein einziger von ihnen war bereit, seine Wahlaussagen notariell beglaubigen zu lassen.

Dass es an diesem Abend zu keinem sonderlich medienwirksamen und für die Ewigkeit bemerkenswerten Auftritt kommen würde, mussten sich die Bürgerinnen und Bürger ohnehin gedacht haben: Der Große Saal war nur spärlich besucht, Initiator Jens Kahlsdorf vom Alster-Business-Club fasste sich kurz:
„Diesen Abend hatte ich mir anders vorgestellt.“

Investieren…

… weg vom „biederen Image“ der Ostsee und hin zum maritimen Erlebnis.

An Schleswig-Holsteins Osteeküste tut sich einiges, damit die Gäste auch in Zukunft wiederkommen wollen.

Ob nun eine neue Promenade für 20 Millionen Euro in Scharbeutz oder geplante Dünenarkaden als überdachte Standpassage – es gilt, zu beeindrucken:
„Wir müssen weg vom biederen Image der Ostsee. Das geht nur durch Investitionen der Gemeinde in die eigene Infrastruktur und die Unterstützung durch private Investoren“, sagt Tourismusdirektor Joachim Nitz im Schleiboten von heute, 28. August 2009.

Qualitätssiegel wie „Blaue Sterne“ sollen dabei ebenso überzeugen wie Ökotourismus auf der Lotseninsel, oder Ferienhäuser mit eigenem Bootssteg wie in Port Olpenitz angedacht.

Dass sich Investitionen wie z.B. auch Hotelneubauten in Grömitz lohnen weiß der dortige Tourismusdirektor Olaf Dose-Miekley und betont, dass Grömitz „in diesem Jahr bereits 20.000 zusätzliche „verbuchen konnte, sowie die Zahl der Gastlieger um 17 Prozent stieg.

Aber Aufschwung gibt es nicht umsonst:
„Grömitz hat seit 2007 rund sechs Millionen Euro in die touristische Infrastruktur gesteckt und private Investitionen in doppelter Höhe ausgelöst.“ So der Tourismuschef.

Angesichts der klammen Haushaltslage in Kappeln bleibt eine Verjüngungs- oder Schöhnheitskur für die kleine Schleistadt dabei vieleicht doch eher ein Wunschtraum.

"Kompetent, durchsetzungsstark…

… glaubwürdig“

Zu lesen auf der Homepage des SPD-Landesvorsitzenden Dr. Ralf Stegner.

Wer sich aber nicht nur via Internet einen eigenen Eindruck verschaffen möchte, hat morgen – Donnerstag, 27. August 2009– zwischen 14.30 Uhr und 17.00 Uhr an einem Infostand vor der Stadtbücherei die Gelegenheit, den Politiker persönlich zu erleben, mit ihm zu sprechen, Fragen zu stellen, zu diskutieren.

Im Gespräch zur Landtagswahl — Ralf Stegner in Kappeln…

"Meeresbürger…"

… für 2,50 Euro.

Einfacher dürfte es noch nie gewesen sein, eine neue „Staatsbürgerschaft“ zu erhalten.

Für diesen Betrag nämlich ist der Reisepass des 29 Vereine und Umwelteinrichtungen umfassenden Netzwerkes „Meeresbürger“ erhältlich, mit dem eine symbolische – aber über die Länder hinausgehende – Staatsbürgerschaft einhergeht.

Erst seit kurzer Zeit ist auch das NEZ Maasholm unter den Mitgliedern des Vereins, dessen Ziel es ist, Meere und Küsten als sensible Lebensräume mit hoher ökologischer Bedeutung näher in das Bewusstein der Menschen zu bringen, zu motivieren, sich selbst zu hinterfragen, welche Möglichkeiten in eigenverantwortlichem Handeln steckt, um hier (s)einer Verantwortung gerecht zu werden:
Meeresbürger sind Botschafter der Ozeane.“

Der „Reisepass“ führt zu 29 Naturerlebnispartnern in Norddeutschland, z.B. auch das Tönniger Multimar-Wattforum, in derlei zugehörigen Stationen gibt es Stempel in den Pass, sowie die Möglichkeit von speziellen Aktionen Gebrauch zu machen oder von Rabatten zu profitieren.

Finanziert wird das spannende und interessante Projekt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die „Lighthouse Foundation“, die vor Ort besonders seit der Versteigerung der Lotseninsel/Schleimünde [Klicken lohnt!] gegenüber des geplanten Ferienresorts Port Olpenitz bekannt sein dürfte.

Quelle: Schleibote, 25. August 2009

Ansage, Aussage…

… oder einfach nur dumme Jungen Streich?

angst

An der Berliner Mauer galt sie als Kunst, in Kappeln dürfte die Freude über die gesprühte Graffiti eher verhalten sein, was weniger an der amateurhaften Ausführung, als an der Aussage (Angst / Pain) liegen wird.

Eine Leistung ist das Beschmieren von fremdem und/oder privatem Eigentum im Allgemeinen ohnehin nicht.
Auch, wenn es sehr gute Style Writer gibt;
die willkürliche Verbreitung von Schlagworten ohne eigenen künstlerisch-ästhetischen Anspruch in ihrer Fertigung lässt keinen Fame (Ruhm), vielleicht aber Fragen zurück.

Auf Kappeln mit seinen beschmierten Wahl(kampf)plakaten oder Hauswänden oder Mauern bezogen vielleicht ein Fall für die angehenden Bürgermeisterkandidaten und ein nachhaltiges Konzept für die Jugend, so sie denn mit der Aktion etwas sagen will.
Oder tut.

pain

Fragt sich H.G.
Danke für das Übersenden der Fotos!

Meiner ist größer…

… mein Wahlplakataufsteller nämlich, der den Weg eben soll, Bürgermeister Kappelns zu werden.

Könnten die dazugehörigen Kandidaten Schwarz (CDU) und Schultz (SPD) zumindest behaupten und verweisen den parteiunabhängigen Kandidaten Traulsen auf den dritten Platz: Ganz Polizist mag sich Traulsen demnach nicht nur an die vorgeschriebenen Termine zur Plakatierung gehalten haben, nein, offenbar hielt er auch Wort und Maß.

Das zumindest ist in der heutigen Ausgabe der Wochenschau zu lesen und wird durch die Ankündigung ergänzt, dass vergleichbar wie bei den letzten BM Wahlen Kappelner Talentförderung und Stadtjugendring eine eigene Veranstaltung angesetzt haben, um die angehenden Bürgermeister vorzustellen.

Am Dienstag, 22. September 2009, ab 19.00 im Hotel „Stadt Kappeln“ wird unter der Moderation von Michael Hegler und dem Motto „Musik und Politik“ in drei bis vier Fragerunden die Möglichkeit gegeben, jedem einzelnen Bewerber Fragen zu stellen und aktuelle Themen – vorzugsweise Jugendarbeit, Prävention und Schulpolitik – zu diskutieren.

Andere Probleme Kappelns könnten und sollten bei anderer Gelegenheit auf die Tagesordnung.
Bürgervorsteher Seemann versucht moderiert seinerseits die offizielle Vorstellung der Kandidaten der Stadt Kappeln.
Am 3. September 2009, Mehrzweckhalle, 19.00 Uhr.