Ein "Herbert" für Sawiris…

… der Preis „Herbert 2009“ geht an den ägyptischen Investor Samih Sawiris, der in der Schweiz/Andermatt ein beeindruckendes Luxusferienresort errichten will – und dabei auf Rückhalt und Begeisterung der Bevölkerung blicken und setzen kann.

Die Jungfrau Zeitung veröffentlicht jetzt ein langes und absolut lesenswertes Interview mit dem Preisträger, dessen „offene und umgänglichen Art zu kommunizieren“ besonders die Bewohner von Andermatt für ihn und sein Projekt positiv stimmte.

„Nur weil jemand der Besitzer oder Betreiber ist, heisst das nicht, dass er den anderen nicht Rechenschaft oder Mitsprache schuldet.“
Samih Sawiris

Um Rechenschaft geht es auch in einem weiteren Großprojekt, das in Kappeln inzwischen bekannt ist: Hofgeismar, Schloss Beberbeck.
Obwohl nach wie vor weit und breit kein ernstzunehmender Investor in Sicht ist, kämpft der unermüdliche Bürgermeister „Henner“ Sattler weiter, um seinen Traum vom größten Tourismusprojekt in Europa in „Hessisch-Sibiren“ zu verwirklichen.

Und kann seinerseits zumindest auf einen Teilerfolg blicken, denn die Kommunalaufsicht stimmte der Erhöhung der Bürgschaft von 2 Millionen auf stattliche 3,5 Millionen Euro zu.

In der Begründung für diesen Schritt heisst es nicht nur, dass die „Risiken für die Stadt tragbar seien“, sondern vor allem, dass „bei einer Versagung der Genehmigung die Bemühung der Stadt, das Ferienresort zu verwirklichen, konterkariert werden würde.“

Beberbeck und das dort geplante Resort dürfte ganz Deutschland inzwischen ein Begriff ein, was auch mit dem Dokumentarfilm des Regisseurs Klaus Stern „Henners Traum“ zusammenhängt – ein Film, der der Regierung laut Interpretation der Landtagsabgeordnete Ulrike Gottschalck inzwischen „peinlich“ ist.

Hatte sie doch in einer „Kleinen Anfrage“ wissen wollen, „warum der Ministerpräsident nicht vehement den diffamierenden Äußerungen des Bürgermeisters über die Bewohner des Altenheimes Beberbeck widersprochen hat“.

Die Antwort der Staatskanzlei trägt nicht wirklich zur Klärung bei:
„Dem Ministerpräsidenten sind keine diffamierenden Äußerungen erinnerlich.“

Allerdings: „Wenn dem Ministerpräsidenten keine diffamierenden Äußerungen erinnerlich sind, braucht er sich nur den Film anzusehen…“
Gottschalck

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Ein offener Brief…

… oder doch Kommentar?

In jedem Fall:
Auf der Internetseite Kappeln-Ellenberg.de schreibt der stellvertretende Bürgermeister Horst Trauzettel/CDU über seinen Vorgänger Roman Feodoria, die Unmöglichkeit eines interpretierten Rücktritts im Vergleich zu dessem vorzeitigen Ruhestand, spricht zuversichtlich vom Neustart der Pläne zum Projekt Port Olpenitz, die „wenn auch leider mit Verzögerung“ dennoch „mit annähernd der ursprünglich erwarteten Zahl an neuen Arbeitsplätzen in überschaubarer Zeit verwirklicht werden“, macht einen bedauernden Bogen zum „barrierefreien Sport und Freizeitzentrum“, das ebenfalls Verzögerungen aufweist und (be)schliesst angesichts all dieser Rückschläge für Kappeln betont optimisisch:
Ergo lassen wir die Sorgenfalten kuzerhand weg und freuen uns an einem aufgeschlossenen und freundlichen Kappeln, an den Heringstagen und am Fischmarkt und sorgen alle gemeinsam dafür, dass sich die zahlreichen Touristen bei uns und herrlichstem Frühlingswetter trotzdem wohlfühlen…

Die "Projektbetreiber Port Olpenitz …"

… GmbH kann mit Ruhe in die Zukunft schauen:
Bereits im Oktober 2009 wird der neue Bebauungsplan voraussichtlich von der
Stadt Kappeln und voraussichtlich unter dem Vorsitz eines dann neuen Bürgermeisters verabschiedet werden.

Schreibt das Property Magazin in einem kurzen Artikel online.

Ob der neue Bebauungsplan dann im Gegensatz zum bisherigen ein sogenannter „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ wird, und wie die Details der zukünftigen Planung im Einzelnen aussehen werden, ist noch nicht öffentlich bekannt.

Übrigens tagt heute Kappelns „Wirtschaftsförderung, Touristik u. städtische Betriebe“ ab 18.30 Uhr im großen Saal des Rathauses.

Informationen zu den Tagesordnungspunkten sind auf den Seiten des Bürgerinformationsportales einzuklicken.

Wanted…

… gesucht zum 1. Januar 2010 wird Kappelns neuer Bürgermeister, der in naheliegender Zukunft sicher auch in nicht unerheblichem Maße die Geschicke um das geplante Ferienresort Port Olpenitz lenken und verantworten muss.

Zu finden auf den Seiten des Bürgerinformationsportales das Anforderungsprofil, bzw. die offizielle Stellenausschreibung.
Wer also Lust hat, sich beruflich zu verändern, dabei „kreativ, zielstrebig, engagiert und verantwortungbewusst“ ist, im besten Fall Erfahrungen in Führungs- und Leitungsfunktionen auf dem Gebiet der öffentlichen Verwaltung hat, ebenso im Umgang mit der kommunalen Selbstverwaltung, der zögere nicht und bewerbe sich bei der
Stadt Kappeln, Reeperbahn 2, Kennwort „Bürgermeisterwahl“…

Sitzung…

… heute tagt der Bau- und Planungsauschuss der Stadt Kappeln im großen Sitzungssaal des Rathauses um 18.30 Uhr in einer öffentlich/nichtöffentlichen Sitzung.

Überraschungen stehen weder auf der Liste der Tagesordnungspunkte, noch sind welche zu erwarten:

Der Grundsatzbeschluss zur Neuplanung Port Olpenitz, TOP 6, und der Grundsatzbeschluss zur Neuplanung „auf dem Gebiet der ehemaligen Marinewaffenschule [paralympisches Zentrum]“, TOP 7, dürften komplikationslos durchgewunken werden.

Weitere Informationen wie immer im Bürgerinformationsportal.

Bitte jubeln Sie jetzt…

… denn mit den neuen Plänen der Port Olpenitz GmbH sind alle Beteiligten (sogar die Naturschützer…) zufrieden.
Und weil hinterher bekanntlich alle schon vorher schlauer waren, schreibt auch der Schleibote von Samstag, 25. April 2009 von der inzwischen aufgegebenen „unsensiblen Schleibebauung“ am Nordhaken, auf die Jaska Harm, Port Olpenitz GmbH, jetzt „mit traurigen Augen blicken muss.“

Allerdings:
Das im Vorfeld als „hochgelobtes Jahrhundertprojekt“ stilisierte Resort erscheint nach Protest und Eingreifen von Naturschutz und Gericht nun konzeptionell „runder und stimmiger“ – und erfährt dabei weitaus mehr Akzeptanz als der vorige Entwurf, wie Jaska Harm einräumt, der auch um die jetzt entstandenen Vorteile weiß:
größere Grundstücke, schönerer Blick…

Die Port Olpenitz GmbH spricht von einer „Optimierung des gesamten südlichen Teils“ und stellt inzwischen auch auf ihrer Homepage die „konsensfähige Umplanung“ vor.

„Harm redet viel, zeigt, gestikuliert und lacht.“

Und zwar den „noch nicht einmal zehn“ übrig geblieben Presseleuten aus dem Gewimmel zuvor, die sich am Freitag die neueste Präsentation via Hafenrundfahrt des noch vor kurzer Zeit auf wackeligen Beinen stehende 500 Millionen Euro Projekt nicht entgehen lassen – und denen Harm Zukunftsaussichten visualisiert: „Jetzt fahren wir gerade über eine Insel.“

… Promenade … Munitionskai ( wird für den Vertrieb noch umgetauft)… Reihenhäuser … Turm …

Port Olpenitz soll sich zügig mit Leben füllen.
„Im Grossen und Ganzen wird es wohl so bleiben, wie man es hier sieht.“
Konkret geht es weiter mit zwei ebenfalls erhältlichen Musterhaustypen, die über den Sommer auf dem Gelände entstehen sollen.

Das Interesse an der Ferienanlage scheint nach Angaben Harms auch nach den Querelen der letzten Wochen vorhanden:
Statt mit den erwarteten 200 bis 300 Interessenten über die Ostertage haben ganze 1.450 Menschen den Weg zur Besichtigung gefunden.

„Drei von ihnen hätten das Musterhaus sofort gekauft“, sagt Harm und beschreibt noch einmal „Gunneby“ mit seinem technischen Komfort und dem „skaninavischen Einfluss“:

Ein Trockenschrank für nasse Kleidung… die über ein Bus-System vernetzten technischen Einrichtungen… und damit verbundene ungeahnte Möglichkeiten:
Zum Beispiel für den Segler, der noch auf dem Wasser per Handy seine Sauna starten kann.

Eher steht ganz Hamburg unter Wasser…

… bevor „auch nur ein Haus in Port Olpenitz nass wird…“

Jaska Harm, Chefplaner und Geschäftsführer der Port Olpenitz GmbH, heute bei seiner Präsentation der neuen Pläne für das inzwischen um 1000 Betten abgespeckte Ferienresort an der Schleimündung anlässlich der Spekulation über mögliche Überschwemmungen ebenda.

Denn anstelle der Villen in Bestlage auf dem Nordhaken sollen „nun an der Mole vier Meter über dem Wasserspiegel schwimmende Häuser entstehen.“

Die Welt, Artikel vom 24. April 2009

Der lang vermisste Golfplatz bekommt dem Artikel nach als „Ausgleichsfläche für den Nordhaken“ im Südareal seinen Platz zugewiesen.

Und das Beste:
Weil durch die Umplanung und den fehlenden Haken „die Wirtschaftlichkeit schwieriger geworden“ ist, wie Harm sagt, dürften die gleich drei Kaufinteressenten für das
500.000 Euro Haus Typ „Gunneby“ samt Sauna, Kamin und Schleiblick ausnehmend
gute Nachrichten sein.

Minus ein Hotel plus ein Golfplatz ergibt…

… das neue Port Olpenitz.

Zwar sucht man auf dem aktuell vorliegenden Plan den (18-Loch?) Golfplatz nach wie vor vergeblich, aber ansonsten scheinen dies die wesentlichen Änderungen des Ferienresorts an der Schlei zu sein, dessen neuer Bebauungsplan nach der erfolgreichen Klage der Naturschützer heute vorgestellt wurde.

Ist zu lesen in dieser Meldung der Welt.

Und zur notwendigen Änderung der Planung(en) heisst es weiter:
„Der Nordhaken fehlt uns. Aber das Konzept ist stimmiger geworden“, so Jaska Harm, Geschäftsführer Port Olpenitz GmbH.

Alle Beteiligten hätten entsprechend ihre Zustimmung signalisiert, betont Harm:
Kläger, Stadt Kappeln, das Land und Investoren.

Etwas ausführlicher (aber trotzdem ohne Golfplatz) geht es zu auf den Seiten des NDR, wo weitere Informationen auftauchen:

Zum Beispiel 500.000 Euro Kosten für ein 120 qm Haus Typ Gunneby, welches derzeit als erstes Musterhaus auf dem Gelände zu besichtigen ist.

… bekannte Zahlen …

– Schnellbuslinie und Wassertaxi zur Anbindung des Resorts an Kappeln
– 6.000 statt 7.000 Betten
– 1.000 Ferienhäuser
– 1 Hotel
– 16 m hoher Freizeithügel mit Spassbad
möglicherweise mit Ski-Langlaufloipe
– und einem Winterquartier für Schiffe

Trotz der Verzögerung durch die Klage von etwa einem halben Jahr sollen die ersten Hauskäufer bereits Mitte 2010 einziehen. Können.

Laut Horst Trauzettel, neuer „Olpenitz-Beauftragter der Stadt Kappeln“ (!!!)
hat die Stadt Kappeln die neue Planung „als Grundlage für den Bebauungsplan einstimmig genehmigt.“

Einsam…

… und allein.

Immer noch ruht das ehemalige Wahrzeichen des aufgegebenen Marinestützpunktes Olpenitz, der Albatros, in einer Halle der – ebenfalls aufgegebenen – Marinewaffenschule Kappeln Ellenberg.

Geschehen ist seit der letzten Bitte um Aktionismus („Es wird Zeit, dass etwas damit passiert… Vom Herumliegen wird er ja nicht besser.“) im Oktober 2008 offenbar nichts.

Immer noch steht die Halterung des Albatros unbemannt unbeflügelt auf dem inzwischen längst von der Marine verlassenen Gelände des Stützpunktes.

Seit 2006 zieht es den Vogel mal hierhin, mal dorthin – zumindest theoretisch, denn die praktische Umsetzung ( Ellenberger Stadtteilpark? Zurück nach Olpenitz? Kappelner Hafen?…) des schweren Wahrzeichens entpuppt sich als durchaus schwierig.

Dabei war der Weg vor einem halben Jahr eigentlich schon vorgezeichnet:
Bürgervorsteher Jürgen Seemann setzte sich für den Standortwechsel ein und fragte Harm sen./Port Olpenitz GmbH nach der zugehörigen Halterung des Albatros, von der
buchstäblich – alles abhängt. „Harm habe, so Seemann, mündlich zugestimmt.“

Der Rest – das Aufstellen des Albatros wie geplant am Brückenkopf- wäre ein Leichtes. Dachte Seemann.

Optimistisch blickte man seinerzeit in Richtung der auf dem Gelände befindlichen Bagger – die, so die Idee, bei der zügigen Umsetzung des Trägers in Richtung Kappeln wertvolle Dienste hätten leisten können.
Hätten.

Was im Februar 2008 noch „oberste Priorität“ für den Kappelner Verschönerungsverein hatte, und dem Wunsch der Marine entsprach, die den Albatros als offizielles Abschiedsgeschenk an die Stadt Kappeln gerne zeitnah zur Schliesung des Stützpunktes aufgestellt gesehen hätte, vermodert ruht deshalb seit fast drei Jahren immer noch unbeachtet in der Halle…

… die letzte original hölzerne Galionsfigur der Gorch Fock.

… Lesen…

…im Zuge der mit dem heutigen Interview sicher aufkommenden erneuten Diskussion um Naturschutz und Notwendigkeit in Zusammenhang mit Port Olpenitz, sind diese Informationen äusserst hilfreich:

Klick!
Umdruck _ Port Olpenitz

Daraus:

„90. Sitzung des Wirtschaftsausschusses / hier:
Tagesordnungspunkt 1: „Information zur aktuellen Entwicklung beim Ferien- und Freizeitzentrum Port Olpenitz

6. Stadt Kappeln
Die Planungshoheit liegt ausschließlich bei den Kommunen. Diese hat die Flächennutzungs- und Bebauungspläne aufzustellen, die Inhalte zu bestimmen und die Satzungen zu beschließen. Dabei sind Flächennutzungspläne und deren Änderungen genehmigungspflichtig, Bebauungspläne jedoch nicht.
Sie sind jedoch dem Innenministerium nur zur Kenntnis zu geben. Die Kommune wägt die eingegangenen Stellungnahmen ab und fasst den Satzungsbeschluss.
Hier hat die Stadt Kappeln die entscheidenden Planungsfehler begangen, in dem sie die von den Naturschutzverbänden vorgebrachten Bedenken „weggewogen“ hat.
Eine effektive Kontrolle des als Satzung beschlossenen Bebauungsplans ist in der Folge nur noch durch ein gerichtliches Normenkontrollverfahren möglich.

7. Port Olpenitz GmbH
Die Port Olpenitz GmbH hat immer betont, dass das Projekt ohne Halbinsel- und Schleiuferbebauung finanziell nicht zu realisieren sei. Aufgrund der durch das Urteil veranlassten Um- und Neuplanungen sieht die Port Olpenitz GmbH dies mittlerweile anders: Durch eine neue Überplanung des Südbereichs des Bebauungsplangebietes kann nunmehr auf eine Bebauung des Schleiufers und der Halbinsel verzichtet werden.“

…und wie immer das Beste am Schluss:
„Die versprochenen 1.000 neuen Arbeitsplätze und die
500-Millionen-Euro-Investion bleiben von den Umplanungen unberührt.“